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II. Jüdisch war der
Gründer Julius Neumann
(1869-1930)
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Er war
Ehrensenator der Stadt Altona und Vorstandsmitglied der Altonaer jüdischen
Gemeinde, wie auch großzügiger Unterstützer der Altonaer hochdeutschen
israelitischen Gemeinde-Schule.
Vor Allem war Julius
Neumann der Initiator und Gründer der Hosatia-Werke; von ihm wurden sie
aufgebaut - mit Seele und Verstand, mit Energie und scharfer
Ökonomie-Einschätzung, mit Anpassung an die Gegenwart und mit Schau auf die
zukünftige Entwicklung und mit der unermüdlichen Unterstützung seiner Frau
Paula, geborene Krotochina. Und eigentlich war und blieb die Familie auf
verschiedene Weise mit den Holsatia-Werken verbunden.
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Der Sohn, Dr. Hans Yecheskel
Neumann (später in Israel) war in den Holsatia-Werken der Spezialist für
die Ausgiebigkeit der Holzschneiderei;
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Julius Neumann (1895)
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Die Tochter, Lili-Elizabeth
(1902-1984), hatte bis zu ihrer Auswanderung die Buchführung des Konzerns übernommen;
in Jerusalem gründete sie eine kleine Werkstatt für Farben, Leim und
Politur, die den Namen „Dr. L. Neumann“ führte.
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Edith (verheiratet mit Dr. Kurt
Nelken) sorgte dafür, dass der Nachlass des Vaters nicht verloren gehe
(1905-1994);
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Judith, heute in der Nähe von
Tel-Aviv, entwirrte für mich die Familiengeschichte, zusammen mit dem
Enkel, Professor David Nelken.
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Familie
Neumann
von
links nach rechts: die Ehefrau Paula Neumann, geb. Krotoszxyner, die
Tochter Edith Nelken,
Julius Neumann,
die zweite Tochter Elizabeth
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Als nach langwieriger Krankheit der Tod Julius Neumann zu
früh erreichte, überboten sich die Zeitungen in trauer-lobenden Anzeigen;
jeder wollte seinen Gefühlen bei der Beisetzung Ausdruck geben, angefangen
mit der Ansprache von Oberbürgermeister Max Brauer und bis zum Vorsitzenden
vom Arbeiterausschuss. Mitfühlende Beileidsbriefe kamen von allen Seiten.
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Und dann ertönte der Nachruf
von Oberrabbiner Dr. Joseph Carlebach mit dem biblischen Doppelruf:
„Tröstet, tröstet mein Volk!“ (gemäß
Jesaja 60,1)
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„Julius Neumann, diese jüdische Persönlichkeit, dieser Mann voll
Tatkraft und reinen Idealen, ein Genie der Arbeit bis zur
Selbstvergessenheit. In ihm brannte die Sehnsucht nach einer besseren
gerechteren Weltgestaltung. So wurde es zum Ziel seines Lebens die Armut
zu scheuchen... ein großes soziales
Gewissen erfüllte ihn...“
„Unerschöpflich war sein
Geist in der Idee, durch Ersparnis
an Material, durch schöpferische Vereinfachungen... um die Verdienstmöglichkeiten zu Gunsten
des Arbeiters zu erhöhen“.
„Neumann war in seinem Wesen jüdisch. Es war der Sozialismus
der Tat des guten Menschen, den er verwirklichte“.
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