Einstmals Altona – mit jüdischen Kinderaugen gesehen, Fotoalbum |
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Die Klopstockstrasse – mit der kleinen Christianskirche und hinter dem gepflegten Kirchhof ein grosser, vernachlässigt aussehender unbebauter Platz.

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Die Haltestelle der Strassenbahn Nummer 27 –
in der Königstrasse, nicht weit von dem sagenumwobenen jüdischen Friedhof, in dessen Mitte ein glatter, in drei Teile gespaltener Baumstamm dem hebräischen dreigliederigen Buchstaben “Schin” gleicht, der den mächtigen Gottesnamen “Schadai” symbolisiert. Hier schlummern die mir persönlich unbekannten, und doch aus Erzählungen so vertrauten Gestalten der beiden grossen Rabbinern, Rabbi Jacob Emden und Rabbi Jonathan Eibeschütz. Trotz ihrer lebenslangen Fehde ruhen sie nun seit mehr als zwei Jahrhunderten friedlich, ganz nahe einer neben dem anderen, denn ihr Streit, so wurde mir damals erklärt, galt nicht etwa irdischen Gütern, er ward um des Himmels Ehre ausgefochten. Mein Herz war jedoch von jeher bei der Rabbinerfrau Eibeschütz, weil sie heimlich einem sabbatianischen Bettler Almosen zusteckte.
Noch vor wenigen Jahren begegnete ich an den hohen Grabsteinen hin und wieder dem einen oder anderen Nachkommen der beiden Rabbinern, der eigens aus Belgien oder von woanders her jährlich zum Friedhof kam, um auf den Gräbern seiner Urväter ein “Jahrzeitlicht” zu entzünden und zu beten. Letztens jedoch wurden die Besucher gewarnt, da sich zwiespältige Gestalten in dem jüdischen Friedhof eingenistet haben sollen…

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