Mündliche Lehre Eine nach jüdischer Tradition (Mischna Awot 1,1) Moses von Gott zusammen mit der *schriftlichen Lehre (=Tora) übergebene Lehre meist *halachischen Inhalts. Infolge der nach der Zerstörung des 2. *Tempelsfortschreitenden Zerstreuung der Juden und der Dezentralisierung der religiösen Entscheidungsinstanzen, wurden die Lehrsätze der m. L. im 2. Jh. von Rabbi Jehuda haNassi in der *Mischna gesammelt, geordnet und - obwohl sie ursprünglich mündlich bleiben sollten (bab. Talmud, Traktat Temura 14b) - als "Notstandsmaßnahme" schriftlich niedergelegt. Der an die Mischna anknüpfende *Talmud gilt seit seiner Endredaktion als der zentrale Ausdruck der m. L, zu der auch die *Midraschliteratur zu zählen ist. Verordnungen und *Gebote rabbinischenUrsprungs gehören ebenfalls zur m.L.. Die vom *pharisäischen Judentum vertretene Autorität der m. L. wurde im Laufe der Geschichte auch jüdischerseits wiederholt in Frage gestellt (so von *Sadduzäern, *Karäernund dem *Reformjudentum) und wird heute in aller Entschiedenheit nur vom *orthodoxen Judentum anerkannt.
Mussaf-Gebet
(wörtl. Zusatzgebet)
Besonderes Gebet, das an *Schabbatund Feiertagen zusätzlich zu den anderen drei Tagesgebeten gesprochen wird.