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Judentum

Glossar (alphabetisch geordnet)


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Schma Jisrael
(wörtl.: Höre Israel)
Sch.J. bezeichnet den *Toravers Dt. 6,4, der mit diesen beiden Worten anfängt. Manchmal wird auch der ganze diesem Vers folgende Toraabschnitt (Dt. 6,4-9) als Sch.J. bezeichnet, mitunter auch die "drei Abschnitte des Schma" (Dt. 6,4-9 und 11,13-22 sowie Num. 15,37-41), die in die jüdische Liturgie aufgenommen wurden und dort ein abgeschlossenes Ganzes bilden. Im Folgenden soll jedoch nur auf den Vers Dt. 6,4 Bezug genommen werden. Der ganze Vers lautet: "Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist eins". Dieser Vers gilt als das zentrale jüdische Bekenntnis zur Einheit Gottes. Mit "Einheit" wird hierbei sowohl Gottes Einzigkeit - keiner ist wie Er (kein Wesen kann mit Ihm verglichen werden) - als auch Seine Einigkeit - nichts ist außer Ihm (Er umfaßt und beinhaltet das ganze Dasein) - bezeichnet. Neben der Proklamation der Einheit Gottes beinhaltet dieser Vers auch die besondere Beziehung des Volkes Israel zu diesem *einig-einzigen Gott ("Höre Israel"). Die jüdische Tradition faßt den Vers Sch.J. auch dahingehend auf, daß der Gott Israels ("unser Gott") in Zukunft der Gott der ganzen Menscheit ("eins") sein wird (*Midrasch Sifri und viele Kommentatoren des Mittelalters zu diesem Vers).
Das Sch.J. wird jeweils im Rahmen des Morgen- bzw. Abendgebets von religiösen Juden täglich zweimal aufgesagt. Darüberhinaus ist der Vers Sch. J. einer der ersten Toraverse, die Juden ihren Kindern beibringen, und mit ihm auf den Lippen soll man auch sterben. So heißt es schon (*Talmud
 Berachot 61b) über den von den Römern hingerichteten *Rabbi Akiwa (1. und 2. Jh.): "Seine Seele entwich mit dem Wort ‚eins‘ (dem letzten Wort des Sch.J.)".

Schoa
Hebräische, in Israel übliche Bezeichnung für die Vernichtung der europäischen Juden durch Deutsche und ihre Mithelfer im Zweiten Weltkrieg (Holocaust). Ursprünglich biblischer Ausdruck für: Katastrophe, Vernichtung, Zerstörung (vgl. Jesaja 47,11). Siehe auch unter Rubrik "Artikel".

Schöpfung aus dem Nichts
(hebr. „Jesch me'Ajin", Lat. „Creation ex nihilo")
Mit Sch.a.d.N. wird die biblische Auffassung der Weltschöpfung als von Gott gewirkter absoluter Neuerung bezeichnet. Das Konzept der Sch.a.d.N. schließt die Existenz einer neben Gott existierenden, ebenfalls ewigen Urmaterie aus.

Schofar
Ein ausgehöhltes Tier-, meist Widderhorn, in das an *Rosch haSchana geblasen wird. Das Hören des Schofartons ist das zentrale *Gebot dieses Festes.

Schulchan Aruch
(wörtl. "Gedeckter Tisch")
Von *Rabbi Joseph Karo (1488-1575) in der Mitte des 16. Jh. verfaßter *religionsgesetzlicher Gesetzeskodex, dessen Autorität in der *gesetzestreuen jüdischen Welt unumstritten ist. Der Sch.A. ist in vier Teile gegliedert, in denen das ganze Spektrum der für das jüdische Leben in der *Diaspora relevanten Gesetzesvorschriften enthalten ist.

Schriftliche Lehre
Die fünf Bücher Moses (Pentateuch), die sich gegenüber den anderen Büchern der Bibel durch die nur ihnen zukommende gesetzgebende Autorität unterscheiden.

Seder-Schüssel
Eine am *Sederabend benutzte Schüssel, die die für diesen Abend vorgeschriebene, in der Form einer Festmahlzeit abgehaltene familiäre Tischzeremonie übersichtlich gestaltet und somit ihre Abhaltung erleichtert. Auf der S.Sch. sind die für den Sederabend erforderlichen Speisen, die sog. "Simanim" (symbolische Gerichte), angeordnet (Schulchan Aruch, Orach Chajim 473,4):
*Mazzot, Maror (Bitterkraut - ein bitteres Gemüse, das einen die Bitternis der ägyptischen Sklaverei schmecken lässt), Charosset (eine aus Äpfeln, Nüssen und Zimt zubereitete Speise, deren lehmartige Konsistenz an den von den Juden in der ägyptischen Sklaverei zubereiteten Lehm erinnert), Karpass (ein Gemüse - meist Petersilie oder Kartoffel -, das man vor seinem Verzehr in Salzwasser eintaucht), Salzwasser, Ei und Knochen (zur Erinnerung an das *Pessachopfer).
Die S.Sch.n sind oft kunstvoll gestaltet sowie beschriftet und in wohlhabenden Familien nicht selten aus Silber.

Sederabend
Der erste Abend des *Pessachfestes (in der Diaspora die ersten zwei Abende). "Seder" heißt "Ordnung", denn der S. zeichnet sich durch eine besondere Ordnung aus: den "Seder Pessach". Dieser besteht aus einer bestimmten Reihenfolge von Handlungen, die im Rahmen einer familiären Festmahlzeit vorgenommen werden. Seit dem 12. Jh. war der "Seder Pessach" in der gesamten *Diaspora einheitlich. Seit dieser Zeit hat sich wohl auch die *Seder-Schüssel eingebürgert, auf der die für diese Tischzeremonie bestimmten symbolischen Gerichte ("Simanim") angeordnet sind.

sefardisch
Die Weltjudenheit teilt sich heute hauptsächlich in sefardische und *aschkenasische Juden. Die sefardischen Juden gelten als Nachkommen der im 15. Jh. aus Spanien (hebr. Sefarad) vertriebenen Juden, die sich in ihrer Mehrzahl in arabischen Ländern angesiedelt haben. Die sefardischen Juden stellen weltweit etwa ein Viertel, in Israel etwa die Hälfte der jüdischen Gesamtbevölkerung.

Sefer haChinuch
(wörtl. "Erziehungsbuch")
Ein von einem anonymen Verfasser im 13. bzw. 14. Jh. verfaßtes, die 613 *Toragebote nach ihrer Reihenfolge in der Schrift kommentierendes Werk. Manche schreiben es dem nicht weiter bekannten Aharon Halevi aus Barcelona bzw. seinem Bruder zu, wobei es auch eine Theorie gibt, wonach eine Frau die Verfasserin dieses Werkes war. Neben der Quelle sowie der genauen Definition des jeweiligen Gebotes sucht das S.H. auch Erläuterungen und Begründungen zu den Geboten zu geben. Das S.H., das sich an der von *Maimonides in seinem *Sefer haMizwot vorgenommenen Zählung der 613 Toragebote orientiert, hat in der jüdischen Welt weite Verbreitung gefunden.

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Fäkultat für Jüdische Studien הפקולטה למדעי היהדות Bar Ilan Universität, Ramat Gan, Israel אוניברסיטת בר אילן