Joseph Carlebach Institut
Startseite
ICS Site Building
Suche  Erweiterte Suche
Startseite   Judentum Glossar (alphabetisch geordnet)
Judentum

Glossar (alphabetisch geordnet)


a b c d e f g h i j k l m

n o p q r s t u v w x y z

Toralesung
Eine der wichtigsten Einrichtungen des jüdischen Gottesdienstes, der somit neben dem Wort des Menschen an Gott (Gebet) auch das Wort Gottes an den Menschen enthält. Eine öffentliche T. bei besonderen Gelegenheiten wird bereits in Dt. 31,11 gefordert. In Nehemia Kap. 8 findet sich eine geschichtliche Beschreibung einer öffentlichen T.
Da die T. immer öffentlich sein muß, erfordert sie - wie auch andere zentrale Passagen des jüdischen Gottesdienstes - mindestens einen *Minjan
 (ein Quorum von zehn erwachsenen jüdischen Männern). Nach *talmudischer Überlieferung wurde der heute übliche Brauch, an drei Tagen in der Woche (Montags, Donnerstags und am *Schabbat) beim Morgengebet (sowie ein viertes Mal beim Schabbatnachmittagsgebet) aus der Tora vorzulesen, bereits von den Propheten bzw. von Esra eingeführt, denn die Tora wird mit dem lebensspendenden und unerläßlichen Wasser verglichen und kein Mensch kann drei Tage ohne Wasser bleiben (Talmud Bawa Kama 82a). Nach einem in der talmudischen Zeit in Babylon üblichen Brauch, der sich seitdem in der jüdischen Welt durchgesetzt hat, wird die Tora in einem Einjahreszyklus gelesen. Um ihm zu genügen, wurde jeder Woche ein eigener wöchentlicher Toraabschnitt (hebr. "Parascha") zugeordnet. Für *Neumond sowie Fast- und Feiertage sind eigene, vom Jahreszyklus unabhängige T.en angesetzt. Da die T. in einer ihr eigenen, vorher einzustudierenden Melodie vorgenommen werden soll, wird sie heute zumeist von einem geübten Vorleser getätigt.

Torarolle
Die nach minutiösen religionsgesetzlichen Regeln auf eine zusammengenähte beidseitig aufrollbare Pergamentrolle handschriftlich geschriebenen 5 Bücher Moses. Torarollen dienen der regelmäßigen Toralesung in der Synagoge. Der T. wird besondere Heiligkeit zugeschrieben. Sie wird daher in einem besonderen Toraschrein aufbewahrt. Bei ihrem zur Toralesung erforderlichen Ein- und Ausheben aus diesem Schrein pflegen alle Gemeindemitglieder aufzustehen und ihr mit Blicken zu folgen. Die T. wird bei den *Aschkenasim in einem meist samtenen, mit Stickereien bedeckten Toramantel verwahrt, bei den *Sefardim in einem trommelartigen, kunstvoll verzierten Holz- oder Silberkasten. Oft hat sie eine Silberkrone, die die Herrschaft der Tora über das jüdische Volksleben symbolisiert.

Traktat
(Hebr. "Massechet")
Damit ist entweder ein Mischna- bzw. Talmudtraktat gemeint. Die *Mischna sowie der sich an sie anschließende *Talmud ist in 6 Ordnungen eingeteilt, die eine grobe thematische Gliederung des von der *mündliche Lehre behandelten Stoffes darstellen. Jede dieser Ordnungen enthält wiederum mehrere (meist an die Dutzend) T.e, die einem bestimmten Thema gewidmet sind oder mehrere verwandte Themen behandeln. So gibt es z.B. in der Ordnung "Semanim" (Zeiten), die den jüdischen Festtagskalender zum übergeordneten Thema hat, ein T. namens "*Schabbat", ein anderes Namens "*Rosch haSchana" u.ä. Die T.e sind ihrerseits in Kapitel gegliedert. Insgesamt gibt es 63 Talmudtraktate.

Trennungsorthodoxie
Bezeichnung der von Rabbiner S.R. *Hirsch angeführten jüdisch-*orthodoxen Separatbewegung, welche die *Austrittsgemeinde propagierte. Die Bezeichnungen "Austrittsgemeinde" sowie "T." stammen von deren Gegnern.

T.T.R.
Die Talmud-Tora-Realschule (in Hamburg). Eine der ersten modernen jüdischen Schulen in Deutschland (gegr. 1805, seit 1869 Realschule, seit 1932 Oberrealschule, 1940 Zwangsumzug, 1942 Schließung). Vereinigte traditionelle jüdische Studien mit schulischer sowie kultureller Allgemeinbildung.

Zurück | 1 2 
Fäkultat für Jüdische Studien הפקולטה למדעי היהדות Bar Ilan Universität, Ramat Gan, Israel אוניברסיטת בר אילן