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Sechzig der Jahr
schon warteten wir
Auf Oma΄s
hohen Geburtstag hier.
Wir sagten extra
dem Klapperstorch:
Bring uns in die
Welt nicht allzuforsch,
Nein langsam peu à peu,
Dass das Fest, das
Schöne, nicht verloren uns geh΄.
Dass wir fünfe in
Leipzig, in Altona neun
Auch bei Omas
Geburtstag anwesend seien.
Der Rabbiner-Vater
bereitet die Predigt längst vor,
Die Kinder
studieren Gesänge im Chor,
Und die Rebbezin,
ganz außer sich, strahlend vor Freud΄,
Sie kauft sich bei
Hirschfeld ein neues Kleid…,
Doch im letzten
Momente geht alles schief,
Und Oma ist fern
uns in Tel Aviv.
Was ist΄s bloß, was Oma so fesselt und band
An Jaffas
muschligen Meeresstrand?
Ist Omas Liebe
wirklich so tief
Zur Allenbystraße
in Tel Aviv?
Doch Oma, Geliebte,
wir zürnen Dir nicht,
Wenn uns auch vor
Sehnsucht das Herze fast bricht.
Der schönste
Geburtstag ist doch wohl
Im Frühlingszauber
von Erez Jisroel,
Wo strahlend die
Sonne am Himmel zieht,
Die Mandel in
schneeweißer Schöne blüht;
Wo jüdisches Leben dem
Boden entsprießt, |
Schalom, es sei Friede - Dich allerwärts
grüsst.
Nein, Oma, geliebte, wir sind schon zufrieden
Dass solch hohes Glück Dir wurde beschieden:
Bei Urmutter Zion, wo Englein weben,
Den Festtag des Sechzigsten froh zu erleben,
Wir winden voll Freude des Wiegenfests Reis
Bei Urmutter Zion der Großmutter Preuss:
Gott geb Dir Gesundheit und Liebe und Kraft,
Die täglich Lebensfreud΄ neu Dir
schafft,
Er lass in der Ferne das Glück Dich sehn,
Dass statt vierzehn Enkel es sind vierzehn
mal zehn.
Und langsam dann, peu à peu
Kommt auch die Enkelschar über die See
Und baut in Stockwerken ein Bet Mischpacha
Wie Tel Aviv noch keines je sah,
Wo Oma Parterre und die Enkel ohn΄ Zahl
Auf den Kopf Dir trampeln allzumal,
Und kommt dann zum Guten der siebzigste Tag
Die Freude ich mir nicht ausmalen mag,
Dann steigt Enkel- und Kinderschar nieder
vereint
Zur Oma, die Tränen der Freude weint,
Sie alle segnet mit erhobener Hand
Für jüdische Zukunft im jüdischen Land.
Dann danken wir alle von Herzen tief
Dem Himmel, dem gnäd΄gen, in Tel Aviv. |