Teschuwa
(wörtl. "Umkehr", "Rückkehr")
Eine mit "Buße" oder "Reue" nur unzulänglich übersetzte Gemütsverfassung und Handlungsentschlossenheit, mit der nach jüdischer Tradition die grundsätzliche Abkehr von der Sünde bezeichnet wird. Die T. enthält Elemente der Selbsterkenntnis, der Reue, der Wiedergutmachung sowie eines festen Entschlusses für die Zukunft. Sie kann die Abkehr von einer spezifischen Sünde bezeichnen oder auch ein allgemeines Abwenden von einer als gottfern empfundenen Lebensweise und Weltanschauung. Mit ihr geht die Hinwendung zur jüdischen Lebensweise und zu jüdischen Werten einher. Als Rückkehr zu Gott gilt die T. in neuerer jüdisch-religiöser Literatur (*Rabbiner Kook, Orot haTeschuwa) als oberstes Prinzip allen Daseins und nimmt geradezu kosmische Dimensionen an. Die zentrale Bedeutung der T. hängt mit der menschlichen Willensfreiheit zusammen. Nach traditioneller jüdischer Überlieferung hat wahre T. die Macht, selbst schwerste Sünden zu sühnen, und "die Stufe eines "Ba'al Teschuwa" (wörtl. ‚Meister der T.‘, gemeint ist einer, der sich von der Sünde abwendet) erreicht nicht einmal ein vollends Gerechter (der nie gesündigt hat)" (*Talmud Berachot 34b). |