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Die Holsatia-Werke –   gegründet von Julius Neumann, weitergeführt von Erich Buchholz
 

I. Die Holsatia-Werke

Jeder in Altona-Hamburg kannte damals die Holsatia-Werke, von der Gründung in den neunziger Jahren bis zur verschleierten Arisierung… Und wer kennt die Holsatia-Werke heute? Wer erinnert sich an dieses einzigartige Projekt und könnte uns darüber berichten? Wer waren die Initiatoren und was war das besondere daran?…
Mühselige Sucharbeit führte uns zu den Spuren – über den Weg von zwei tiefgedanklichen Eulogien von Joseph Carlebach – erst zum Tode des Gründers der Holsatia-Werke, Julius Neumann (1930) und dann zu dem Nachruf auf seinen Nachfolger, Dr. Erich Bucholz (1932); beide außergewöhnliche Persönlichkeiten – und endlich kamen wir zu spärlichem Archivmaterial im Hamburger Staatsarchiv: Und der Befund? Eine fast hundert Jahre alte Zeitungs-Seite, eine Kurzbeschreibung im Handelsbericht-Buch und eine verschleierte, unverständlich komplizierte Dokumentation über die Arisierung und Auflösung – bis zur vollkommenen Vergessenheit…

Eigentlich war die Holsatia ja „nur“ eine Holzfabrik mit etwa zehn Werkstätten; aber sie fabrizierte einfach alles: von der kleinen, gewöhnlichen Streichholz-Schachtel bis zur vornehmen Zigarrenkiste, von sachlicher Büroausstattung in minimal angedeutetem Bauhaus-Stil bis zu wohnlichen Möbeln. Hier ein Schreibtisch und ein Sessel, dort eine Kommode…

Na und? Ja und – denn hier ist die Rede nicht nur von weitarmigen End-Produkten, sondern auch von ganz außergewöhnlich verzweigten Herstellungs-Phasen.

Und so sahen die Holsatia-Werke von außen aus
 
Alles, einfach alles wurde in den Holsatia-Werken selbst und selbständig geschaffen: nicht nur die Holzplatten- und leisten, auch die Scharniere, auch die Spiegel und sogar der klebrige Leim. Auf weiten Flächen wurde Torf angelegt, um so den Mangel am Rohmaterial – es waren die Nachkriegsjahre – zu ersetzen. Und vorsorglich wurde auch in der Fabrik selbst für fachlichen Nachwuchs gesorgt, durch eine extra eingerichtete Lehrlings-Werkstätte.

Und wie es innen zuging veranschaulicht uns die alte vergilbte Seite 6, der damaligen „Deutschen Übersee-Zeitung“

200 Arbeiter sorgten für erstklassige Qualität. Modelle und Musterbau wurden gelobt, wie auch die Hand- und Maschinen-Schnitzerei, die Sparverwendung von “Abfällen“ und der vorbeugende Schutz gegen Witterungseinflüsse…

Doch nicht nur aus der Sicht der Materialien und der Fabrikation waren die Holsatia-Werke so lobenswert – erstmalig wurde für die Arbeiter gesorgt: für angemessene Arbeitsstunden, für hygienische Einrichtungen und last not least – für kulturelle und geistig anregende Stunden für die gesamte Arbeiterschaft – vom Lehrling bis zum Meister. Einfach „einmalig“.

Und der Zeitungs-Artikel endet mit den Worten, Die Holsatia-Werke sind ein “Beitrag zum Wiederaufbau der deutschen Vaterlandes…“.


Nur das Wort „jüdisch“ wurde weggelassen…

Jüdisch war der Gründer Julius Neumann -
und der Zionist Dr. Erich Buchholz, war der Nachfolger

 

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